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[Intro] [Harald] Klimaneutrales Europa Aber wie? “Guten Abend zusammen. Es geht um Leben Tod”, so der westfälische Ministerpräsident Armin Laschet in der heißen Phase der Corona Krise. “Es geht um Leben und Tod”, so der UN-Generalsekretär Antonio Guterres im Jahr 2018 bei der UN-Klimakonferenz. Die Corona- Welle, die könnten wir noch brechen mit Distanz, Disziplin und Maske und könnten so auf einen sicheren Impfstoff warten. Beim Klimawandel allerdings gibt es keinen Impfstoff. Da gibt es auch kein Immunsystem, das wir stärken oder schützen könnten. Klimawandel, das ist die Monsterwelle, der wir hilflos ausgeliefert sein werden, wenn sie eine bestimmte Höhe überschreitet. Noch hat sie nicht die volle Wucht erreicht, aber sie wächst immer mehr. Dabei könnten wir das noch ändern Retro ist angesagt “back to the roots” [Stimme] Bäume fällen für den Klimaschutz. Es wirkt paradox, doch hier hat man erkannt: Der Untergrund ist viel wertvoller als der Nutzwald, denn die Bäume wuchsen auf einem entwässerten Moor Das Areal grenzt an eines der größten Flachmoorbiete der Welt. Hier leben speziell angepasste Tiere und Pflanzen [Musik] Das Refugium liegt im Flow Country in Schottland und gilt als Klimaretter Diesen Ruf verdankt es vor allem einem besonderen Moos, dem Torfmoos Es gedeiht gut auf dem sauren Untergrund Sterben Pflanzen ab, konserviert sie das saure sauerstoffarme Wasser Die Vegetation verrottet kaum Sie wird mit der Zeit komprimiert und verwandelt sich allmählich in Torf Im Torf ist fast der komplette Kohlenstoff der Pflanzen gebunden, darum sind Moore effektive Kohlenstoff- speicher. Sie bergen weltweit mehr als doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Erde zusammen Im zwanstigsten Jahrhundert betrachtete man die Moore im Flow Country als wertlos. Man entwässerte mehr als 60´000 Hektar, um Nadelbäume anzupflanzen. Sie trockneten den Torfboden zusätzlich aus. Dadurch wurde der Kohlenstoffspeicher zur Kohlen- dioxidquelle. Trocknet Torfboden aus, dringt Luft ein. Jetzt können Mikro- organismen die Pflanzenreste abbauen Dabei setzten sie Kohlendioxid frei so gelangt der einst gebundene Kohlenstoff als CO2 wieder in die Atmosphäre Als Gegenmaßnahme blockiert man nun Entwässerungsgräben. Das Wasser kann sich wieder stauen und den Torf durchnässen Nach 16 Jahren ist die Fläche wieder CO2-neutral, wie zuvor Schätzungen zufolge gibt es in Europa 24 Millionen Hektar Moorböden Davon sind fast zwei Drittel entwässert In der EU geben trockene Moore etwa 5% der derzeitigen EU-weiten Treibhausgasemissionen ab Auch in Deutschland sind entwässerte Moore eine bedeutende Quelle von Treibhausgasen. Sie machen hierzulande sogar mehr als 5% der jählichen Emissionen aus Einst hat man Moore trockengelegt, um Torf abzubauen und um Flächen für Land und Forstwirtschaft zu gewinnen Die Böden wieder CO2-neutral zu machen, gelingt nur dort, wo es noch genügend Wasser gibt. Es sorgt für den nötigen Luftabschluss und verhindert die Verrottung. Damit bleibt der Kohlenstoff im Pflanzenmaterial gebunden [Musik] Steigt der Wasserspiegel bis zur Oberfläche, entsteht durch natürliche Prozesse Methan Methan ist zwar ein stärkeres Treibhaus- gas als Kohlendioxid, doch in der Atmosphäre zerfällt es schnell wieder “Insgesamt überwiegt jedoch der positive Effekt fürs Klima von wieder nassen Mooren”, so Wissenschaftler Deshalb ist es durchaus sinnvoll, Bäume auf Torfböden zu fällen, um den früheren Zustand wieder herzustellen Noch besser ist es allerdings, intakte Moore gar nicht erst anzustasten und zu schützen

[Musik] [Harald] Moore sind dringend benötigte nachhaltige Kohlenstofflager Die Vernässung von Mooren ist einer der ganz wenigen Königswege hin zur Klimaneutralität. So nach dem Motto wirklich alles richtig gemacht, denn intakte Moore erlauben biologische Vielfalt ohne unsere Kontrolle Von selbst, eben natürlich Außerdem sind wiedervernässte Moore auch eine erste Abfahrt von der Autobahn, des immer weiter so bei Energie und Klima. Wenn wir die verpassen und mit vollgas weiter Treibhausgase in die Atmosphäre jagen, dann bringt uns die Natur ins Schläudern [Stimme]Die internationale Gemeinschaft hat sich 2015 im Pariser Klimaschutzabkommen verpflichtet, die Erderwärmung zu begrenzen Gegenüber dem vorindustriellen Niveau auf deutlich unter 2°C Jede Erwärmung verändert die Natur, daher ist das Ziel möglichst sogar unter 1,5°C zu bleiben Welchen Unterschied das halbe Grad mehr weltweit ausmacht, haben Forschende untersucht. Bei einer globalen Erwärmung um 1,5°C würden in Europa 52% der Jahre so heiß, wie das bisherige Rekordjahr 2016. Bei 2°C sind es 88% Bei 1,5°C würden 11% der weltweiten Landfläche von Überschwemmungen durch Flüsse bedroht, bei 2°C, 21%. Bei 1,5°C stiege der Meeresspiegel z.B bei Cuxhaven um 34 cm, bei 2°C um 53 cm Und bei 1,5°C würden 6% aller Insektenarten mehr als die Hälfe ihres Lebensraumes verlieren, bei 2°C, 18% Ihr Risiko auszusterben steigt entsprechend Wie kommt man zu der Einschätzung, das ein halbes Grad einen solch drastischen Unterschied macht? In Princeton, wie in Instituten weltweit, arbeiten Forscherteams an Klimamodellen, um die Entwicklung für die Zukunft abzuschätzen. Solche Modelle berücksichtigen entscheidene Faktoren im Klimasystem, wie etwa die Wirkung der Sonnenaktivität und von Treibhausgasen Die Computermodelle betrachten die klimarelevanten Prameter an jedem Gitterpunkt Je enger das Gitter, desto detaillierter die Modelle. Für jede Gitterbox wird nun errechnet, wie Sonnenaktivität, Treibhausgase und andere Faktoren das Klima zukünftig verändern, wie sich die globale Durchschnittstemperatur entwickeln wird [Msik] Um die Verlässlichkeit der Modelle zu testen, schaut man in die Vergangenheit Weltweit rechnen Forscherteams auf der Grundlager dieser Modelle Klimaereignisse der vergangenen 150 Jahre nach Werden dann die Veränderungen der tatsächlich gemessenen globalen Durschnittstemperatur gut dargestellt, hat das Klimamodell den Test bestanden Es gilt als geeignet, auch die Entwicklung der Zukunft gut abzubilden Die rote Kurve zeigt die von den Modellen errechnete, gemittelte, globlae Temperaturänderung. Schwarz, die tatsächlich beobachtete. Der Verlgeich belegt, die Modelle bilden den Trend ganz gut ab [Musik] Solche Annäherungen sind die einzige Möglichkeit, die Klimaentwicklung in Zukunft abzuschätzen. Berechnungen, wie sich die globale Durchschnittstemperatur verändert, wenn wir weiterhin in hohem Maße Treibhausgase wie CO2 emittieren, geben zu denken. Wenn wir weitermachen wie bisher, wird die globale Durchschnittstemperatur immer noch zunehmen. Laut Weltklimarat könnte die Erwärmung um 1,5°C etwa im Jahr 2030 erreicht sein und um 2°C schon etwa 15 Jahre später [Harald] Der Weltklimarat IPCC bringt es auf den Punkt, die globale Erwärmung nur auf 1,5°C begrenzen, erfordert rasche, weitreichende, beispiellose Veränderungen in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft Wir wissen zweifelsfrei, dass die globale Erwärmung mit den Molekülen in der Atmosphäre zusammenhängt, die Ernergie speichern können. Die Art Moleküle, die Energie speichert und

am längsten in der Atmosphäre verweilen, nähmlich über Jahrhunderte, das sind die Moleküle von Kohlendioxid. Wollen wir die globale Erwärmung aufhalten, müssen wir die Emissionen von Kohlendioxid verringern und zwar massiv Stellen wir uns vor, das CO2 in der Atmosphäre wäre Wasser in einer Badewanne CO2, das durch die natürlichen Prozesse gebildet wird, was hier aus der Dusche kommt, wird wieder gebunden, dafür steht der Ablauf Ein natürliches Gleichgewicht Seit der Industralisierung emittieren wir viel mehr CO2 als in der Natur gebunden werden kann. 2027 werden wir die Badewanne zum überlaufen bringen, wenn alles so bleibt, wie es ist. “Dann”, so die Forschenden, “ist die Klimakatastrophe nicht mehr abzuwenden” Von heute an haben wir nur noch ein gewisses CO2 Budget, das die Atmosphäre zusätzlich verkraften kann. Wollen wir ein Überlaufen verhindern, müssen wir den Zulauf, die CO2-Emissionen stark verringern [Musik] Es hat das Zeug zu einem Identifikations- projekt: Der europäische Green Deal Sein Ziel: bis 2050 die Netto-Treibhausgas- emissionen der EU auf 0 zurückzuführen Ökologische, soziale und wirtschaftliche Fragen werden zusammen gedacht und zwar für alle Bereiche der EU. Der europäischen Gesellschaft steht damit eine große Transformation bevor und am Anfang steht dann eine Grundreinigung Wie kriegen wir die Treibhausgase wieder los oder wie können wir sie wenigstens speichern? Und die Natur, die zeigt uns wie das geht [Stimme] Eine Möglichkeit: Durch Aufforsten Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernen. Nur welches Potenzial steckt in Wäldern? Dieser Frage sind Forscherteams weltweit nachgegangen. Mit speziellen Sensoren können sie den Kohlenstoffgehalt von Bäumen sichtbar machen Rot zeigt viel Kohlenstoff an, blau wenig Alte Bäume haben besonders viel Kohlenstoff gebunden. Intakte Wälder werden daher im Laufe ihres Lebens zu bedeutenden Kohlenstoffsenkern Wenn ein Baum wächst, nimmt er CO2 aus der Luft auf. Einen Teil, des so gewonnen Kohlenstoffs baut er in Blätter, Wurzeln und Stamm ein. Auf diese Weise entziehen Bäume der Atmospähre das Treibhausgas [Musik] Weltweit gibt es etwa 4 Milliarden Hektar Wald. Das heißt, diese Fläche ist nicht anderweitig genutzt und wenigstens zu 10% von Bäumen bedeckt [Musik] Experten zufolge könnte man theoretisch 900 Millionen Hektar zusätzlich bepflanzen und darüber hinaus die natürliche Verjüngung in den Wäldern fördern [Musik] Je nach Studie hätte weltweite Aufforstung das Potenzial, zwischen 15% und sehr optimistisch geschätzt 60% des menschgemachten CO2 zu binden [Musik] Wie viel der CO2-Emissionen EU-weit durch Aufforstungen kompensiert werden könnten, dafür gibt es noch keine umfassende Bestandsaufnahme Forschende arbeiten daran, das Potenzial für Deutschland einzuschätzen Das Land ist dicht besiedelt, die Konkurrenz um die Nutzung von Flächen hoch [Musik] In Betracht kämen Weiden und Äcker, aber Wälder statt Felder? Der Verlust an landwirtschaftlicher Nutzfläche hätte eine weitere Intensivierung der Nahrungsmittelproduktion zur Folge [Musik] Betrachtet man alle in Frage kommenden Flächen in Deutschland, so legen aktuelle Untersuchungen nahe, dass nur wenige Prozent, der derzeitigen CO2-Emissionen hierzulande durch Aufforstungen kompensiert werden könnten Doch es gilt, das Potenzial zu nutzen und Bestände zu erhalten [Musik] [Harald] Es lohnt sich, gesunde Wälder zu schützen. Selbst alte artenreiche Urwälder sind in der Lage, große Mengen CO2 aufzunehmen und damit Kohlenstoff zu speichern. Aber die Wälder können nicht alles kompensieren, also weiter so Was ginge denn noch? Den Kohlenstoff dahin bringen, wo er herkommt Nein nicht zu den Sternen, die andere Richtung [Stimme] Ein Stoff, der besonders viel Kohlenstoff speichert, ist über Jahrmillionen extrem verdichtetes Pflanzenmaterial. Kohle

Durch das Verbrennen etwa zur Strom- ereugung wird der Kohlenstoff als CO2 wieder freigesetzt. Auch, wenn es gelingen sollte künftig komplett auf Kohle zu verzichten, wird es Prozesse geben, die CO2 weiterhin emittieren. Die Herstellung von Stahl oder Zement z.B. oder auch das Verbrennen von Holz. Wohin also mit diesem CO2 in einem zukünftig klimaneutralen Europa? Eine Idee: CO2 aus den Abgasen abscheiden und in Lagern unter der Erde dauerhaft speichern [Musk] Übertragen auf das Modell der Badewanne hieße das, auch wenn wir die Emissionen stark reduzieren, den Hahn weiter zudrehen, wird es mehr CO2-Ausstoß geben als der natürliche Kreislauf verkraftet Es braucht Techniken, den Zulauf in die Badewanne weiter zu reduzieren Der Fachbegriff dafür: negative Emission [Musik] Die Entnahme und Speicherung von CO2 erprobten deutsche Forscherteams in Ketzin in Brandenburg. In einem wissenschaftlichen Experiment wurde CO2 zwischen 2008 und 2013 in den Boden geleitet. CCS, Carbon Capture and Storage nennt man diese Technologie Dazu wurden 67´000 Tonnen CO2 als Gas in eine Tiefe von 630 m in eine Sandsteinschicht gepumt Die Speicherstätte ist durch eine undurchlässige Tonschicht abgedichtet “Das CO2 kann aus diesen Lagern nicht wieder austreten”, so die Forschenden [Musik] In der Bevölkerung formte sich jedoch Widerstand aus Angst vor nicht sicheren Lagerstätten und weil die Technik vermuten ließ, es ginge um ein Endlager für Klimasünden 2012 wurde das sogenannte CCS-Gesetz verabschiedet. Die Menge der Speicherung von CO2, die nach diesem Gesetz erlaubt ist, reicht nur für wissenschaftliche Experimente. Die Weiterentwicklung der CCS-Technik wurde in Deutschland damit begraben. Ganz anders sieht es in anderen Ländern aus, Beispiel Japan In Hokkaido entstand die erste japanische Testanlage. Der CO2-Speicher der Industrieanlage in der Nähe von Sapporo liegt unter den Meer Auch in Japan gab es Bedenken der Bevölkerung. Wie kann man sicher sein, dass das CO2 bei Erdbeben nicht entweicht? 6.September 2018, der befürchtete Stresstest. Ein Beben der Stärke 6,7 erschüttert Hokkaido. Das Epizentrum liegt nur 30km vom CO2-Speicher entfernt [Musik] Die Messsensoren für CO2 schlagen keinen Alarm, der Speicher hat dicht gehalten Japan denkt jetzt über CCS im großen Stil nach. Kritiker befürchten, dass dies geschieht, um weiter Kohlekraftwerke zu betreiben In Norwegen wird die Technologie bereits im regulären Betrieb angewendet, denn leergepumpte Öl- und Gasfelder eignen sich besonders gut zur Speicherung Norwegen will mit CCS in ein neues Zeitalter des Klimageschäftes einsteigen [Musik] Wenn alle europäischen Industrieanlagen in Zukunft klimaneutral werden müssen, könnte CCS das Geschäft der Zukunft sein Berechnungen zufolge hätte Norwegen die CO2-Speicherkapazität für die Emissionen der EU zumindest über Jahrzehnte. In Gastankern könnte man das Klimagas auch aus Deutschland nach Norwegen transportieren [Musik] Alle neuen Berechnungen, die vom IPCC, dem Weltklimarat bewertet wurden, kommen zu dem selben Schluss. Ohne die aktive Entnahme von CO2 aus den Produktionsprozessen und dessen Speicherung werden wir das Ziel, die EU klimaneutral zu machen, nicht erreichen [Musik] Uns bleiben drei Stellschrauben: Die CO2-Entnahme aus der Atmospäre durch die Natur z.B. durch Aufforstung. Die Emissionen drastisch reduzieren, in erster Linie durch erneuerbare Energie und weitere Emissionen dauerhaft speichern

[Harald] Das Zeug einfach im Boden versenken. Das hat doch Charme und das verleitet zu der Vorstellung, wir könnten einfach so weitermachen wie bisher Aber CO2-Speicherung darf nicht zum Greenwashing verkommen, es kann nur eine Übergangstechnologie sein Wir müssen mit den Emissionen runter egal wie und es kommt noch was dazu Alle Szenarien des Weltklimarates sagen, dass wir nie Klimaneutraliät erreichen können, ohne negative Emissionen Das heißt nicht nur, dass wir viel weniger CO2 in die Atmosphäre entlassen dürfen, wir müssen auch noch viel CO2 aus der Atmosphäre wiederrausholen Klingt nach unmöglich und Herkules, aber da geht was [Musik] [Stimme] Kohlendioxid sammelt sich in der Atmosphäre. Es kennt keine Ländergrenzen Warum das Treibhausgas also nicht irgendwo auf der Welt aus der Luft entnehmen? Z.B in Island. Hier steht eine Pilotanlage, eine Art CO2-Staubsauger [Musik] Die Anlage wirkt unscheinbar. Doch was hier mit dem CO2 passiert, ist den besonderen Bedingungen in Island zu verdanken [Musik] Die Ansaugstelle besteht aus einer Turbine und einer garagengroßen Anlage Das Kohlendioxid wird aus der Luft gefiltert, unter Druck in Wasser gelöst und in diese igluartigen Hütten geleitet Von dort wird es in 700 m Tiefe gepumpt [Musik] Der Prozess benötigt viel Energie Hier stammt sie klimaneutral aus der benachbarten Geothermieanlage [Musik] Und noch eine Besonderheit hat die Insel zu bieten. Durch den Vulkanismus gibt es ausgedehnte Basaltlagerstätten und die Temperaturen im Untergrund sind sehr warm. Deshalb passiert hier etwas in kurzer Zeit, das andernorts Jahrhunderte dauern kann Wenn CO2 in das warme Basaltgestein geleitet wird, ensteht dort Carbonat, das Salz der Kohlensäure. Dieser Prozess dauert in Island nur 2 Jahre. Dann ist das Klimagas fest in Stein gebunden Doch die Testanlage schafft nur 50 Tonnen CO2 pro Jahr. Das entspricht 300´000 gefahrenen Kilomatern mit dem mittelklasse Auto [Musik] Diese Air-Capture-Technik steht noch ganz am Anfang. Das Pilotprojekt zeigt jedoch, technisch ist es möglich, CO2 aus der Atmospäre zu entnehmen [Harald] Es ist wie im richtigen Leben Es gibt kein einfaches Patentrezept für ein komplexes Problem. Wir müssen hier eine Vielfalt von Lösungen anschauen, unsere Optionenen, unsere Möglichkeiten, pro und contra Argumente abwägen, dann die richtige Kombination wählen und das schnell, aber vor allen Dingen muss es überprüfbar sein, damit wir Fehler korrigieren können, “und das ganze mit Wumms”, um einen deutschen Minister zu zitieren. Beispiele dafür gibt es schon bei unseren Nachbarn im Norden und deren Hauptstadt [Musik] [Stimme] Kopenhagen, Dänemark. Die Stadt will als erste Hauptstadt der Welt CO2-neutral sein. Im Jahr 2005 betrugen die CO2-Emissionen noch 2,3 Millionen Tonnen. 2025 sollen sie netto 0 betragen, also vermieden oder kompensiert sein Nur wie? 1. Energieverbrauch drosseln Damit will man etwa 7% der gesamten CO2-Reduktion bis 2025 erreichen Große Gebäude lassen sich mit der Kälte aus dem Hafenwasser statt mit Klimaanlagen kühlen [Musik] Für Neubauten gibt es in puncto Energieeffizienz hohe Auflagen, aber auch Fördermittel. Ältere Gebäude werden nachgerüstet durch Wärmedämmung oder Photovoltaik Um Solar- und Windstrom zu speichern, birgt dieses Gebäude eine Großbatterie sie kann dann Strom liefern, wenn er gebraucht wird, ein Pilotprojekt 2. grüne Mobilität. Hier rechnet man mit einem Reduktionspotenzial von 11%

Fast ein Drittel der Fahrten in der Stadt werden schon per Rad erledigt und Radfahren soll noch attraktiver werden druch Superhighways, die auch das Umland anbinden Zudem gibt es zwei neue Metrolinien und alle Busse werden elektrisch oder mit CO2-neutralen Kraftstoffen fahren 3. Energieproduktion. Hier sieht man das größte Potenzial. Etwa 74% der angestrebten Gesamtreduktion Unter der Kunstrasenpiste verbirgt sich ein neues effizientes Kraftwerk, eine Müllverbrennungsanlage. Sie liefert Strom und Wärme Den größten Beitrag will man durch den Kohleausstieg erreichen Kopenhagens Kohlemeiler wird auf Biomasse umgerüstet und durch einen neuen Block ergänzt. Strom und Wärme sollen aus nachhaltig bewirtschaftetem Holz kommen [Musik] Zudem setzt man auf Windkraft. Sie soll rund 73% des aktuellen Strombedarfs der Stadt liefern CO2-Emissionen, die sich nicht vermeiden lassen, z.B durch öffentliche Verkehrsmittel oder Kraftwerke, will man durch den Verkauf von überschüssigen CO2-neutral erzeugtem Strom kompensieren [Musik] Offiziellen Zahlen zufolge sieht es gut aus, dass die Stadt ihr Ziel erreicht und 2025 CO2-neutral ist Als erste Hauptstadt der Welt [Musik] [Harald] Übrigens der Green Deal darf natürlich nicht aus wolkigen Absichtserklärungen bestehen, sondern er muss Vorschläge machen. Handlungsvorschläge ganz konkret, wie man Emissionen verringern und verhindern kann und zum Lernen ist man ja nie zu alt Ein überzeugender europäischer Green Deal würde zeigen, dass Europa gelernt und verstanden hat. Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft machen einen gemeinsamen Entwurf für die Zukunft Das klingt nach einer Utopie, aber wie Hannah Arendt so schön bemerkt hat: “Wenn Menschen zusammenkommen, dann kann man mit Wundern rechnen.”

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