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* Dynamische Musik * * Dynamische Schlagzeugmusik * Hemden sind mein Beruf, mein Leben, mein Hobby Sie sind das, was ich immer machen wollte Die Musiker von früher haben mich auf die Idee gebracht Die Beatles und Rolling Stones trugen coole Hemden Später konnte ich mir das erfüllen * Dynamische Musik * Ich suche allmählich einen Nachfolger Ich möchte jemanden finden, der das weiterführt und Freude hat an dieser Marktlücke, an diesen speziellen Hemden Irgendwann geht alles zu Ende und ich möchte auch noch was anderes machen * Dynamische Musik * Irgendwann ist es Zeit, loszulassen Irgendwann fängt etwas Neues an Vier Geschichten rund um Menschen, die sich ins Abenteuer Nachfolge wagen Rock’n’Roll und Hemden sind seine Passion Eine ausgewählte Kundschaft kauft bei ihm im ComeBack in Bern ein Markus gehört zu jenen vier, die wir auf ihrem Weg begleiten Am allerbesten lassen sich diese Hemden hier verkaufen Es ist dieser Bereich Lustigerweise gerade geschnittene Hemden, nicht taillierte Diese Hemden kaufen auch ältere Personen Das Alter geht von 40 bis 70 Jahren Die Jüngeren kaufen die taillierten Hemden Ich trage am liebsten Was trage ich? Diese Rich Friday Diese Hemden haben spezielle Sujets Welche ich auch sehr mag, sind diese italienischen, die Xacus Wie geht’s? – Gut, danke Ich war gerade in Prag Ah, ja dann geht’s gut Markus ist inzwischen 72, und das ComeBack gibt es seit 24 Jahren Der Wunschkandidat ist jemand, der das eins zu eins übernimmt und mit diesen Hemden weiterfahren will Das kann auch eine Frau sein Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das eine Frau auch kann Man erklärt alles Branchenkundig muss man nicht sein Es reicht, Freude daran zu haben 300’000 Fr. will Markus – mit Beratung und Kontakten Die Person ist da, sie kommt eines Tages herein So einfach ist das * Telefon * Voilà, vielen Dank * Sanfte Klaviermusik * * Fröhliches Pfeifen * * Sanfte Musik, Hunde bellen * * Sanfte Musik, Vogelzwitschern * Ich sei der Velopfarrer, sagen sie Tschau! Der Velopfarrer von Ostermundigen – das ist Peter Christen Salü, Vreni Tschau! Bei ihm ist der Abschied konkret Mit 65 geht er in Pension Ein letztes Mal besucht er seine Schäfchen Ich habe den Bergpreis gewonnen, Frau Jost Kommen Sie herein Sie haben eine so schöne Wohnung Wunderbar! Schön, sind Sie hier Ich habe es versprochen. Ich wäre auch als Pensionierter gekommen Die Pension rückt näher Ich weiss fast nicht mehr, wann Heute Morgen fühlte es sich seltsam an Der Abschied ist mir irgendwie im falschen Hals stecken geblieben Wirklich! Ich interpretiere das langsam als eine Form von Abschiedsschmerz, den ich so empfinde Auf jeden Fall spüren Sie das Oh, Ihre Frau wird sich freuen, nicht wahr? Sie hat Angst! Natürlich Ich bin zu Hause und sie kommt von der Arbeit nach Hause Dann hat man das Gefühl, man sollte noch Velo fahren, laufen gehen, man sollte dieses und jenes Und ich bin kaputt Ich weiss nicht, wie es sich anfühlt – definitiv Eine tolle Frau tritt meine Nachfolge an Das ist nicht dasselbe – Natürlich nicht Sie kann auch gut sein, sicher Ja, es ist eine ganz liebe Es ist nicht dasselbe wie bei Ihnen, der 27 Jahre lang da ist und den man im Dorf kennt * Glockenläuten * * Kirchlicher Gesang setzt ein. * Seine Nachfolgerin heisst Aline Berger Sie ist 27 und noch in Ausbildung im Vikariat in Zollikofen

Wir gehen das Kirchengesangbuch durch Ich kenne viele Lieder davon nicht Ich wähle immer ein bisschen dieselben aus Oder ich suche eines mit einem schönen Text und dann kennt es kein Schwein “Oh Heiland, reiss die Himmel auf” nehme ich auch Sie ist weit weg von einem dogmatischen Glauben Das streiche ich rot an, das kommt auf die rote Liste Lieder, in denen es um Teufel, Sünde und Gericht geht Das sind so Schlagwörter Die entsprechen nicht meiner Theologie Höchstens sprachliche Metaphern Ich sage immer: “Einen Gott, den es gibt, gibt es nicht.” Also weder eine Wolke noch Ich weiss auch nicht Nichts, das man anfassen kann Aber Es ist eher etwas, das sich zwischen den Menschen ereignet Eine heilige Kraft Oder in der Natur In der Schönheit der Natur sehe ich überall Gott Ja # Morning has broken like the first morning * Sanfter Popsong “Morning Has Broken” von Cat Stevens * # Blackbird has spoken like the first bird Für mich ist es halt eine Mischung zwischen Es war einfach sehr schön Diese Begegnungen Sie erlebt zu haben, das ist einfach extrem schön * Sanfte Gitarrenklänge “Morning Has Broken”, fröhliches Pfeifen * Hu! Juhu! * Rockige Klänge * Markus war schon immer innovativ Das ComeBack ist bereits sein zweiter Laden In den wilden Sixties in Paris und London begann die Geschichte des ersten Geschäfts Vom ersten Tag, vom ersten Kassenbuch bis In diesem zweiten Album ist beinahe alles drin, was in 50 Jahren geschehen ist Das war am 14. Juli 1968 Da habe ich in Paris mein blaues Wunder erlebt! Ich war 21 Jahre alt und hatte nicht viel Ahnung, wie ein Geschäftsleben aussieht Trice – ein Freund hat empfohlen, das Geschäft so zu nennen Ich hatte eine Freundin, die Beatrice hiess Er meinte, Trice sei die englische Abkürzung für Beatrice So ist das entstanden In Bern gab es keine solchen Kleider Kein Warenhaus führte damals eine Boutique Die Mädchen, die wussten, dass ich in England einkaufe, warteten Am Samstagmorgen haben sie die Sachen, die man nachts ausgepackt hat, gleich aus dem Karton weggekauft Das bin ich Ich trug knallgelbe Latzhosen Ha! Die Sachen, die man verkaufen wollte, musste man auch anziehen Mir gefiel das, deshalb bin ich ja auch darauf gestossen Das war unser Skandalplakat Es löste in der ganzen Schweiz einen Skandal aus Es sei sexistisch Wir wurden als Kinderschänder beschimpft und wir erhielten Telefonanrufe Das war ganz krass Die beste Werbung! “Der Apfel der Versuchung” – dass sich die beiden bei uns anziehen Das war die Idee des Plakats Singen mit Simone Hat man es gestern gehört? Dem Apfel der Versuchung ist sogar eine künftige Pfarrerin wie Aline im realen Leben nicht gewappnet Aline ist frisch verliebt – in ihren Freund Jan Gnägi Ein Sommermärchen Jan und ich arbeiten schon eine Weile Tür an Tür im Büro Und, ja Diese Woche haben wir eine Mail an die anderen geschickt: Unser Verhältnis habe sich nun privatisiert Wir haben beide eine Woche Ferien in Venedig gemacht, ohne dass wir es vom anderen wussten Im Büro haben wir gemerkt, dass wir gleichzeitig da sein würden Und dann, ja Es hat sich so ergeben Noch nicht da Es hat noch Monate gedauert Ja, eigentlich

Jetzt Jetzt bin ich offiziell liiert – in der Kirchgemeinde und auf Facebook und überall und so Wie es sich für eine angehende Pfarrerin gehört Die Verhältnisse sind geklärt – Ja, genau Zu seinen besten Zeiten führte Markus drei Filialen gleichzeitig aber die Konkurrenz schlief nicht Am 30. November 1994 war der letzte Tag vom Shop Trice Es war auch der letzte Tag von meinem Haus Und die damalige Freundin ist gleichzeitig auch noch ausgezogen Und, ähm Da hatte ich einen Moment Ich hatte das Gefühl, ich könne das locker nehmen Ich sah es kommen und wusste es, aber es war trotzdem happig Ich wusste nicht, wie es weitergehen würde Mit den letzten paar Tausend Franken bin ich nach Amerika verreist Nach einer Woche habe ich mich gefangen und gewusst, was ich wollte: nämlich zurück und neu anfangen Und zwar mit der allerersten Idee: nur Hemden Ich glaube schon, dass die Leute z.T. schauen V.a. kennen mich mehr Leute als umgekehrt Aber hier In diesem Teil von Zollikofen kann ich ganz inkognito jede Woche mit einem neuen Mann herumlaufen Ich hoffe es einfach nicht – Nein, nein In letzter Zeit mehr mit Jan Ich habe auch schon abends Konfirmanden gesehen Entweder war ich im Ausgang oder sie Dann heisst es: Ah, grüezi Frau Berger! Ja, und dann Dann merke ich, dass ich ja Frau Berger bin Du bist schon Dich beobachtet man schon Ja Zusammen wohnen ist für Aline und Jan momentan kein Thema In Ostermundigen, wo sie als künftige Pfarrerin gewählt wurde, wohnt sie auch nicht im Pfarrhaus, sondern in einer eigenen Wohnung * Blöken * – Nein, keine Angst haben Komm! Komm rasch! Das Pfarramt in Ostermundigen ist auf vier Pfarrpersonen aufgeteilt Jede hat ihre Spezialaufgaben Für Peter Christen ist es u.a. die KUW, die kirchliche Unterweisung für die Mittelstufe * Blöken * Ja, jetzt findest du sie nicht Das ist auch Leben Das ist ganz, ganz echtes und tiefes Leben Und wenn die Kinder das sehen Ich sage ihnen, sie sollen sie streicheln, damit sie den Geruch riechen Komm, du musst da rauf! Wir kommen wieder, in Ordnung? * Sanfte Klaviermusik, Blöken * (Er liest) Ben, der Nachbar war Ich bin so dankbar, dass es das letzte Mal ist Die Energie, die man aufwendet, ist enorm Das fordert mich extrem Und gleichzeitig ist auch etwas Trauer da Jöh, schaut mal! Hallo! Peter Christen hat zuerst Dachdecker gelernt und ist erst nachher Pfarrer geworden Dachdecker war nicht seine Welt Er merkte, dass es ihn reizte, als Pfarrer mit Menschen zu arbeiten Tschau! Du bist Joe, oder? Alina Grüezi, Felix Sinn und Zweck ist eigentlich In der fünften Klasse lernen sie das Bibelbuch vertiefter kennen Sie sollen sich mit der Welt, der Umwelt von dieser Bibel bekannt machen Sie sollen lernen, wie die Menschen damals gelebt haben, was sie gegessen was sie gearbeitet haben Was wichtig war Dann steigen wir ein in eine uralte, schöne Geschichte * Sanfte Klavierklänge * Du gefällst mir, Mutter Nun dürft ihr reinkommen und sie streicheln Diese gehören zu ihr Sie trug sie nur fünf Monate im Bauch, dann wurden sie schon geboren (Kind) Dann sieht man den Kopf? – Ja * Dynamische Schlagzeugmusik * Ein grosser Tag für Markus Die Rolling Stones kommen in die Schweiz

Das ist das erste Mal seit 23 Jahren, dass ich mit einem T-Shirt im Geschäft stehe Heute ist das so Heute muss man das machen Heute passt das! Wenn man schon an das Stones Konzert darf Die Geschichte der Rolling Stones ist eng mit Markus Leben verbunden Bevor er angefangen hat, mit Kleidern zu handeln, hat er in Paris Poster von Rockstars erstanden und gewinnbringend weiterverkauft Dieses Bild machte Furore Das erste farbige Stones-Poster, das es überhaupt gab So unglaublich das klingt! Es gab zu jener Zeit – das war 1969/1970 – nur schwarz-weisse Poster In London habe ich mit einem Mietauto sofort zweimal 3’000 Stück verkauft Man staunte, dass die Poster farbig waren Mit dem Geld sollten eigentlich die Druckereien bezahlt werden Die Hälfte habe ich ausgegeben, um Mini-Kleider zu kaufen, weil es die in Bern noch nicht gab Innert zwei Tagen waren sie verkauft Ich weiss nicht, ob es mein Geschäft ohne Stones gäbe Das gab schon den Impuls und die Idee für die Hemden Ob ich sonst darauf gekommen wäre, wer weiss das! * Glockenläuten * Noch ist Peter Christen Pfarrer von Ostermundigen Der Pfarrer, der predigt und tauft Guten Morgen! Schön, sind Sie hier Zu seiner letzten Taufe ist auch Aline, seine Nachfolgerin, gekommen Herzlich willkommen, liebe Gemeinde, zu diesem Gottesdienst Schön, dass Sie da sind Schön auch, dass Sie als Familie Blaser da sind Sie sind mit Leonie da Und Sie, Frau Schatzmann, Sie sind mit Iliriana da Wir wollen die beiden Kinder heute taufen und so in die Gemeinschaft der christlichen Kirche aufnehmen Sie sagten, Sie würden das noch wollen, bevor ich pensioniert werde Ich solle diese Taufe noch machen dürfen Das dünkt mich wunderschön! Leonie nennen Sie sie Das ist die weibliche Form von Leo Der Löwe – die Starke, die Kräftige Iliriana Ich musste viel üben, damit ich den Namen wirklich schön sauber sagen kann So nennen Sie Ihre Tochter Der Hauptgrund für Markus, einen Nachfolger zu suchen, ist seine Freundin Ingrid, die auch aufhört zu arbeiten Zusammen sind sie unterwegs ans Stones-Konzert Wir möchten gerne noch ein wenig reisen Das geht natürlich nicht, wenn das Geschäft noch da ist Sie wird bald pensioniert In zwei Jahren. Oder anderthalb? – Anderthalb Es wäre gut, wenn das bis dahin geschafft wäre Aber es muss nicht sein Muss nicht sein! Ich stehe nicht unter Druck Ich hoffe, dass es spätestens bis dahin erledigt ist Wenn das nun Geschieht es erst in zwei oder in anderthalb Jahren, ist mir das egal Geschieht es nächste Woche, ist es mir auch egal Ich nehme zumindest an, dass es mir egal ist Ja Ich möchte nicht, dass Markus unter Druck ist. Überhaupt nicht Interessiert sich jemand für das Geschäft, ist es gut und wenn es klappt, ist es auch gut Der Zeitrahmen spielt eigentlich keine Rolle * Ingrid lacht. * Gemütlich, sehr gemütlich würden wir es angehen Zuerst würden wir eine Ferienplanung machen. – Ja Das ist das Erste Die erste Reise würde wohl nach Amerika gehen Ja, wir lieben Amerika Als Reiseland. Der Rest interessiert uns eigentlich nicht Man muss gesund bleiben, um diese Sachen zu erledigen und die Träume zu erfüllen Spielt die Gesundheit nicht mit, ist eh nichts Man darf nicht mit etwas Negativem rechnen * Leidenschaftlicher Rocksong “I Got The Blues” von The Rolling Stones * Leonie Blaser

Ich taufe dich im Namen des Vaters, der dich geschaffen hat Ich taufe dich im Namen von Jesus Christus, seinem Sohn Ich taufe dich im Namen des Heiligen Geistes, der Kraft Gottes, die dich belebt Dir gebe ich keine KUW mit Nein. Nein Es bewegt mich jedes Mal Es tut mir so Es erzeugt in mir ein Gefühl von Freude und Befriedigung Ich geniesse den Moment jedes Mal selber Es ist nicht irgendwie nur so Bereits 1967 war Markus am legendären Stones-Konzert im Hallenstadion Damals flogen Stühle und Bänke # I told you once and I told you twice Dass wir zusammen eine gute Zeit verbringen und ein gutes Konzert erleben Dass wir das überhaupt noch einmal erleben dürfen, ist nicht selbstverständlich Wir freuen uns darauf Die Stones hat er inzwischen mind. 20-mal gesehen # Well this could be the last time In Ostermundigen zeigt Peter Christen seiner Nachfolgerin seine Kirche Der Ort des Geschehens Der Ort des Geschehens Da ist zuerst einmal etwas Katholisches Katholisch? Warum? Ein Kerzentisch gehört nicht wirklich in die reformierte Kirche Das hat sich eingebürgert – Ja Das ist das jüngste Teil, welches wir hier haben Es soll etwas Es ist etwas an diesen Plastiken angelehnt Auf dem Loosli-Zeug Die Formen aufnehmen, wie z.B. diese Kreise Ja. Gefällt mir besser als jenes dort Gefällt dir das nicht? – Überhaupt nicht! – Mir gefällt es so gut Ich komme trotzdem nach Ostermundigen Kommst du trotzdem nach Ostermundigen? Jener gefällt mir nicht schlecht Weisst du, mir gefällt er auch Und der Tisch? Kannst du daran? Soll man für dich einen neuen machen? Nein, den finde ich schön Du, übrigens Predigst du so? Nein – Hihi, hi Ich ziehe wohl den Talar an – Hast du einen? – Nein Willst du einen? – Ja, vielleicht Im Moment ziehe ich jenen von Simone an Es ist ein Frauentalar, ohne Beffchen Ohne Beffchen. Ein liturgisches Gewand sollte es sein Ja, vermutlich schon einen Talar, sonst brauche ich zu viele Kleider Es ist zwar eine neue Kirche, gut 70 Jahre alt Also, ja, neu Relativ – im Vergleich zu vielen alten Kirchen, Moosseedorf z.B Das sind ururalte Kirchen Diese ist relativ neu – Ja Für mich hat sie eine Seele Gleich von Anfang an war es mir wohl hier Es war mir immer wohl Viele tolle Geschichten sind damit verbunden Nur schon deswegen zeige ich dir das gerne Das ist mit Leben verbunden Ich bin stolz, dass das sein durfte Es ist nicht die schönste Kirche auf der Welt, aber Aber, ähm, – Aber, aber Aber man kann sie brauchen Man erstarrt nicht gleich vor Ehrfurcht Und man darf es wagen, etwas umzustellen Ich glaube, man kann Man kann z.B. zeigen, was die Kinder machen * Räuspern * Im Pfarramt ist nicht mehr, was drin war Meine Güte! Es ist so anders Als wäre ich drei-, viermal umgezogen Es fühlt sich so an Und ich konnte so viel erreichen Ich muss hier nichts mehr tun Es ist alles nur noch schön Du darfst mich mal für eine Lesung fragen. Das mache ich gerne. – Ja? Sicher – Ah, ja. Das wäre noch so Weisst du – Es bleibt etwas von dir hier Aber, sei so gut, nur dann, wenn es für dich stimmt Nicht weil du gehört hast, ich würde es gerne machen Ich will einfach nicht, dass du das Gefühl hast, ich würde ständig kontrollieren Blödsinn! Du bist jetzt Pfarrerin Ich sagte, ich wolle lange langweilen Ich lasse dich hier raus Dann kannst du gleich gehen * Fetzige Musik “It’s Only Rock’n’Roll” von The Rolling Stones * # … but I like it, yes, I do # Oh, well, I like it # I like it

# I like it # I like it Das war nicht wirklich schlecht Nein, es ist nach wie vor das Beste Wir sind begeistert Wir haben es so erwartet Es war einmal mehr super Es könnte sein, dass es das letzte Mal war Sie haben schon Charlie Watts ist älter geworden Aber eben, er ist 76 Jahre alt Es gibt nichts zu reklamieren Es war gut. Super! Die Vergänglichkeit und der Gedanke daran, dass alles einmal ein Ende hat und man loslassen muss, ist eine Regel des Lebens Guten Morgen! Aline als angehende Pfarrerin wird auch Menschen in den Tod begleiten Schön, dass es nun endlich einmal klappt Um sich selbst ein Bild machen zu können, was nach dem Leben ist, geht sie zu einem Bestatter Wann trittst du Christens Nachfolge an? Erst im November – November Mein Vikariat dauert bis Ende September Danach habe ich noch einen Monat, um irgendetwas zu tun Ich habe erst etwa zwei tote Menschen in meinem Leben gesehen Künftig werde ich wohl viele Menschen beerdigen müssen Es ist gut, wenn ich mal Ich bin jetzt 27 Jahre alt Meine Grossväter sind tot – andere aber nicht Ich habe noch keinen nahestehenden Menschen verloren Nahe … also wegen dem ich eine lange Trauerphase gehabt hätte Darum möchte ich auf dieses Thema einen besonderen Fokus legen Ah, richtig, ein Leichenwagen * Rasche Orgelmusik * Auch in Hergiswil wird ein Nachfolger gesucht Und zwar für den Hausarzt Martin Sigg Seit 35 Jahren ist er hier tätig Nächstes Jahr wird er 70 und sein Ziel ist klar: dann will er pensioniert werden Geht es gut? – Ja, ja Dr. Sigg, wie sie ihn in Hergiswil nennen, ist einer von ihnen Hier aufgewachsen und mit seinen Patienten alt geworden Salü, Peter – Comu est ás? Come state? – Bene. E lei? – Si Lei è venuto per chiedere il resultato? Si, per parlarne con te Ah, si. Okay Facciamo cosi. Va bene? Arriverderci. – Ciao Tschau, Peter – Tschau, Martin Gibst du mir die Agenda? Dann kann ich es nachsehen Als Hausarzt ist es wichtig, dass man auf die Leute eingeht und sie ernst nimmt Man muss versuchen, sie ganzheitlich zu sehen, im Kontext, mit der Familie, dem Beruf Vermutlich ist das als Hausarzt unser Vorteil Wir wissen, wo sie arbeiten Wir kennen die Familienverhältnisse Wir wissen, wie sie aufgewachsen sind und wir wissen auch, wo etwa die kritischen Punkte in der Familiengeschichte liegen Banker, Arbeiter, Bauern – sie kommen alle zu Martin Sigg Morgen! – (leise) Guten Tag, Herr Dr. Sigg Also, Sie kommen heute wegen der Motorfahrzeug-Kontrolluntersuchung Würden Sie sich bitte obenrum freimachen, damit ich Sie untersuchen kann? Sie können es sich ja leisten, Sie sind schlank geblieben Das kann man sagen. – Das ist gut Immer noch viel auf dem Velo? – Ja Nach rechts, nach oben Hinunter, weit weg schauen, schielen Hören Sie alles, was Sie wollen? – Das, was ich will – genau! Das ist richtig interpretiert Ich habe dich lange nicht mehr gese- hen, darum habe ich nicht reagiert Darum habe ich nichts gesagt * Sie reden gleichzeitig. * Es ist wahr, ich war schon lange nicht mehr hier, zum Glück Die ganze Familiensippe Ich glaube, es sind alle hier – Das stimmt Bück dich nach vorne hinunter und lass die Arme hängen! Ja – und jetzt wieder raufkommen Eher mehr im Lenden- oder im Brustwirbelsäulenbereich? Eher Brustwirbel

Vor dem Hirnschlag waren es 68 kg – Ja, so ungefähr Machst du mit deinen Tattoos eine Pause? Oder hast du schon neue Projekte? – Im Moment mache ich Pause Auch die Haut braucht das – Das denke ich schon Besser als letztes Mal – Ja * Sie reden gleichzeitig. * 132/88 – jetzt ist er wieder normal Dann bin ich ja froh Du hattest schon einiges Zu vieles, muss man sagen, oder? Ich habe oft gedacht, dass ich ohne Martin nicht gewusst hätte, was ich machen sollte Vielleicht wäre ich gar nicht mehr am Leben Ja, also wirklich: Hut ab! Den Gedanken aufzuhören, trägt er seit zwei, drei Jahren mit sich Aber jetzt geht er das Abenteuer Nachfolge konkret an Mein Beruf ist natürlich Seit 35 Jahren bin ich von meinen Arztgehilfinnen verwaltet Das klingt nicht schön, aber sie schreiben die Patienten ein und geben mir den Takt vor, wo, wie viel und wann ich arbeiten muss Ich sehne mich nach der Zeit Ist es draussen schön, möchte ich sagen können: “Heute gehe ich Ski fahren oder ich gehe auf den See.” “Ich gehe rudern, Töff fahren.” “Ich gehe auf die Jagd oder was auch immer.” Ich muss mir dann nicht mehr sagen, es liege nicht drin Wer arbeitet, hat immer das Gefühl, während der Woche sei es schön, am Wochenende regne es Das ist so etwas! Ich möchte wieder Freiheit haben Ich möchte die Freiheit haben, den Tag selbst zu gestalten * Dynamische Orgelmusik * Um mehr über den Umgang mit dem Tod zu erfahren, greift Aline heute dem Bestatter unter die Arme in die Aufbahrungsräume Hast du angeklopft? Jetzt nehmen wir die ganzen Blumen weg, damit wir dann mit dem Wagen rausfahren können Sie sehen einfach schon nicht lebendig aus Aber friedlich – Friedlich, ja Die Leichenblässe Das ist wirklich etwas anderes Wir löschen noch das Licht Es ist halt ein Kreislauf Ja Dafür sind wir da Für die Lebensübergänge Rites de passage, damit die Leute gut Abschied nehmen können Heute ist der Tod für die meisten etwas überhaupt nicht Alltägliches Machen Sie das hier draussen! In der Regel sind wir sehr, sehr still bei den verstorbenen Menschen Ich habe gestaunt darüber, dass sie es wirklich so ernst nehmen und nicht ein bisschen reden und so Ich habe auch schon Ich dachte eher, dass man es lockerer nimmt, um selbst Distanz zu gewinnen Es hat mich beeindruckt, dass es ihm sehr wichtig ist, dass es wirklich ruhig ist Für mich persönlich ist es auch wichtig Ja Es gibt andere Kulturkreise Da ist man um einen Sarg herum Jemand ist aufgebahrt oder der Körper ist auf einem Stuhl aufgebahrt Die Leute spielen Gitarre und und und Aber das haben wir hier nicht Dann kann man sagen, dass man das hier akzeptiert Es ist für mich nicht befremdend, es in einem anderen Land so zu sehen Varanasi z.B Genau, oder bei den Filipinos im Norden. Da war es so Aber hier herrscht einfach eine gewisse Demut gegenüber der verstorbenen Person * Schleppende, brummende Musik * Es ist noch warm, nicht?

In der nächsten Folge treffen wir die junge Familie Wieland, die sich einen Traum erfüllen kann Als Nachfolger will sie auf diesem Hof im Emmental einen modernen Bauernbetrieb aufziehen Markus ist vielleicht zum letzten Mal auf Einkaufstour in Paris Ça ne va pas – Ça non? Ihre Medikamente Als Hausarzt besucht Martin Sigg seine Patienten auch zu Hause 72. Das ist gut Ach, tschau, Peter Und Aline Berger hat ihren ersten Arbeitstag Danke Das und noch mehr Geschichten in der nächsten Folge “Abenteuer Nachfolge”

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