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Mexiko-Stadt, Bogotá, Lima, Buenos Aires – diese Städte haben alle etwas gemeinsam Die Leute dort tanzen in ihren Clubs am liebsten zu Rhythmen aus dem eigenen Land Die aktuelle Clubmusik von Mexiko-Stadt ist eine Mischung aus Techno und Tribal Guarachero Die Leute in Lima stehen auf peruanischen “Chicha” und auf afro-peruanische Musik Die Band Dengue Dengue Dengue! ist ein gutes Beispiel für die aktuellen Sounds aus Lima Ich würde den Stil von Dengue Dengue Dengue! als “Ethno-Techno” bezeichnen Die Produzenten in Argentinien erfanden den Begriff “Digital Cumbia” Zizek (ZZK Records) sind meine Favoriten, weil sie so vielseitig sind Der neue Sound in kolumbianischen Clubs ist eine Fusion aus europäischen und lateinamerikanischen Genres Cero 39 nutzt die Sprache der Elektronik, um eine Heimatsprache zu entwickeln Cero 39 hat drei Mitglieder: Dario Sendoya alias Kid Watusi, Victor Carrascal, der die Vocals macht, und mich. Ich bin für die Produktion zuständig Wir drei sind ein Liveact Den Sound unserer Band nennen wir “tropischen Futurismus” Cero 39 ist ein Hybrid aus Techno, Dub, UK Bass, lateinamerikanischen Styles und antillischer Musik: Dancehall, Guarachero, Cumbia und Bullerengue Ich mische elektronische Produktionstechniken mit traditioneller Musik Für mich wird der kreative Prozess von allem Möglichen beeinflusst Es geht nicht nur darum, die Musik zu kennen Es geht auch darum, was man isst, was man sich anschaut und wie man lebt Auf dieser Reise werden wir die Essenz der karibischen Kultur erforschen, um für Cero 39 eine neue Vision zu entwickeln Man nennt unsere Stadt “das goldene Tor von Kolumbien”, weil alles in Barranquilla ankommt Bevor neue Musik die übrigen Regionen von Kolumbien erreicht, durchquert sie Barranquilla Barranquilla ist die Hauptstadt der kolumbianischen Karibikküste In dieser Stadt passiert kulturell unglaublich viel Der Begriff “Picó” ist vom englischen Wort “Pickup” abgeleitet –

das Turntable-Headshell, das die Sounds aufnimmt, die in den Rillen von Vinyls oder Dubplates stecken Wir bezeichnen das gesamte Soundsystem – das Mischpult, die Boxen und Lautsprecher – als “Pick-up”. Im Spanischen wurde das Wort zu “Picó” Die ersten Picós tauchten 1967 auf Und die Vorderseiten der Boxen wurden in Barranquilla bemalt Am meisten liegt mir das Picó “El Rojo – La Cobra de Barranquilla” am Herzen Das Picó “El Solista” begeistert mich auch Zu den Parties mit “El Solista” bin ich regelrecht gepilgert Ich war immer ein Fan – wegen der Sounds und der Musik, die sie spielten Alle Picós hatten eine eigene visuelle Identität – ein individuelles Artwork, einen eigenen Namen Und unterschiedliche Songs – jedes Picó hatte exklusive Tracks – einzigartige Melodien, die es von anderen Picós abhoben Picós sind eigentlich wie Radiostationen: Sie bieten ein Musikprogramm, das von jedem Picotero individuell gestaltet wird Die Geschichte der Picós begann im Jahr 1967 Mein Vater startete “El Samaritano”, weil er zusammen mit Freunden Parties organisierte und dafür kleine Picós mietete Schon bald wollte er die Party mit einem eigenen System beschallen Also baute er sich eins – “El Samaritano” Dann wechselte er den Namen und gründete “Brasil 70” Nach “Brasil 70” kam “La Salsa de Puerto Rico” Meine Schwestern kümmerten sich um das Picó, dann meine beiden älteren Brüder Wenn die Party vorbei war, überließen sie mir das Ruder und gingen tanzen Damals war ich 12 oder 13 Ich stand total auf Picós und schlich mich aus dem Haus, um bei den Parties dabeizusein Wenn ich dann wieder nach Hause kam, bekam ich eine ordentliche Tracht Prügel! Unser “La Salsa de Puerto Rico” ist das älteste Picó von Barranquilla Die neueren Picós haben Transistoren und kleinere Boxen Doch die Soundsysteme mit Röhren kommen wieder in Mode Die Leute malen sie sogar wieder an Mit den heutigen Picós ist es so eine Sache – ihr Sound reicht nicht sehr weit Die alten Röhrenverstärker machten das viel besser!

Früher war der Sound in der ganzen Stadt zu spüren – sogar hinter dicken Gefängnismauern Der Sound der neumodischen Transistor-Maschinen bewegt sich dagegen nicht vom Fleck Er wandert nicht Deshalb wollten wir mit den neueren Maschinen nichts mehr zu tun haben Ich komponierte mal einen Track, der “El Agua” hieß und es bis nach Europa schaffte Dort machten sie eine Trance-Version und schickten mir den Song zurück – er ist ganz schön rumgekommen in der Welt Darauf bin ich stolz Ich mache Musik in meinem Zimmer – einfach für das Radio oder die Leute auf der Straße Diese Version mag ich lieber Das ist ein echter afrikanischer Song, der auf unsere Wurzeln verweist Eigentlich ist das ein Song für den Karneval Ich habe ihn energischer gemacht Karneval ist auch gut, doch mir gefällt diese Version einfach besser “Alo Ratista” aus ganzem Herzen – dieser Mann hat einen verrückten Flow Das sind die Fans, die ich mir mit meinem Ruhm in der Hood verdient habe Ich bin eine Ikone geworden! Gott sei Dank Es mangelt zwar an Geld, aber nicht an Talent Hallo Leute, hier spricht Rata Piano! Ich grüße unsere Gäste Luis und Mauricio, Fabián Altahona im Studio von ‘El Mago’, dem Verrückten aus Barranquilla – das bin ich, Papa Wie lange stehst du schon auf Picós? Seit 21 Jahren, dem Himmel sei’s gedankt Und du hast als Picotero angefangen? Ja, in den berühmten “Turbos” – so nennen wir sie hier Wie produzierst du deine Songs? Gehst du ins Studio und drückst “Play” und “Record” oder wie funktioniert das? Nein, ich verwende Platten, meinen Sampler, manchmal auch meinen Computer Ich nehme einen alten Song, verbinde ihn mit einem neuen Song, entferne den Beat, entferne den Bass und ersetze ihn durch einen anderen ähnlich wie der, den du vorhin gehört hast Ich glaube, dass wir alles, was wir mögen, einfach im Blut haben Die Picó-Leidenschaft verdanke ich meinem Vater – er hat die Picós immer geliebt und seine Begeisterung weitergegeben Zum Glück bin ich eine Dance-Ikone von Barranquilla geworden

Nach 21 Jahren bin ich geneigt, mich zu den Größten zu zählen Ich heiße Shane Butrón und das ist mein Shop – “Discolombia – La Clave Musical” im Zentrum von Barranquilla Ich mache das jetzt seit ungefähr 14 Jahren – Platten kaufen, lagern, kompilieren und ordnen Dabei folge ich immer meinem Geschmack 1983 standen afrikanische Platten dank der Picós hoch im Kurs Deshalb reiste mein Vater damals nach Frankreich, um diese Platten zu lizensieren Er war der einzige Mensch in Kolumbien, der diese afrikanischen Songs ordnungsgemäß registrierte Und seine Sammlung war riesig Es gab auch kolumbianische Bands, sie kamen aus Cartagena Eine Band hieß “Son Palenque” Ihre Rhythmen hatten einen starken Bezug zu Afrika und ihre Tracks wurden von den Picoteros rauf und runter gespielt Wir verkaufen hier eher die alten Platten – die Klassiker Wir lieben die klassischen Songs der 70er und 80er Jahre und alle Songs aus dieser Zeit, die wir vielleicht noch nicht kennen Die Soundsystem-Szene von Cartagena produziert elektronische Musik – “Champeta”, mit elektronischen Effekten Die musikalische Atmosphäre ist dort ganz anders als hier In Barranquilla machen sie gerne Mash-ups afrikanischer Songs und verbinden das mit Champeta-Beats In Cartagena dagegen wird die Musik von Grund auf neu komponiert Mit 15 begann ich mich für die Produktionsweisen dieser Musik zu interessieren Ich mochte Musik schon als kleines Kind Mein Vater besitzt eine “Soundmaschine” – so werden die Picós in Cartagena genannt Er spielte Originalmusik aus Afrika – Champeta von Afro-Kolumbianern Diese Musik hat mich vom ersten Tag an beeinflusst – ich wollte wissen, wie man Musik macht: Afrikanische Musik, aber auch Reggaeton Dieser Stil kam in Mode, als ich 17 oder 18 war Also besorgte ich mir Fruity Loops und Tutorials und begann mit der Track-Produktion Nach anderthalb Jahren wusste ich ungefähr, wie man von Grund auf Tracks komponiert Mein erstes Projekt war das Soundsystem “Pasa Pasa” – es diente dazu, meine Musik unter die Leute zu bringen Während dieser Lernphase hörte ich von jamaikanischen Parties – eine hieß “Pasa Pasa”, es war eine Art Festival auf Jamaika Ich dachte, “Hey, was für ein guter Name – Pasa Pasa” Ich beschloss, eine eigene Soundmaschine zu bauen und sie “Pasa Pasa” zu nennen Ich wollte nur meine eigenen Produktionen spielen. Das habe ich dann auch gemacht Was ist “Añepracso”? Das ist mein Name, Oscar Peña – rückwärts geschrieben

Añepracso ist mein Pseudonym Warum ich mit “El Único” signiere? Als Kind bestand ich darauf, der einzige zu sein, der sowas malt Mich fasziniert das, weil ich mein ganzes Leben lang ein Musikliebhaber war Ich mag die Open-Air-Parties und die Picós In dieser Welt habe ich meine Rolle gefunden – ich mache Werbung für die Picós Ich beliefere alle Clubs von Barranquilla mit meiner Malerei Fast alle Party-Organisatoren sind meine Kunden Ich male auch die Poster, die du dort oben siehst Es ist gut, etwas zu machen, das man liebt – und ich liebe meine Arbeit Das ist die Essenz der Karibik: ihre Farbe, die Sonne, das Klima, die Produzenten, das Essen, der Fruchtsaft Pure Freude – “sabrosura”! END

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